Der 'Wigelis' Dietrichs von Hopfgarten und die erzählende Literatur des Spätmittelalters im mitteldeutschen Raum

Der 'Wigelis' Dietrichs von Hopfgarten und die erzählende Literatur des Spätmittelalters im mitteldeutschen Raum

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Die Monographie stellt den im Jahr 2006 in einer Erfurter Bibliothek aufgefundenen einzigen Textzeugen einer strophischen Bearbeitung  des "Wigalois" Wirnts von Grafenberg vor. Als Verfasser der Bearbeitung wird im Epilog des Erfurter Fragments (1455) Dietrich von Hopfgarten genannt.
Dietrich bearbeitete Wirnts Artusroman gerade so, als handelte es sich um einen heldenepischen Stoff, in dessen Zentrum mit dem Ritter Wigelis ein faktisch unproblematischer Held steht. Konsequent baute Dietrich damit Wirnts Konzept nach den Gesetzen heroisierenden Erzählens weiter aus.
Der vorliegende Band ediert den Text des Erfurter Fragments erstmals, ordnet ihn sprachlich und überlieferungsgeschichtlich ein, ermittelt Fakten zum mutmaßlichen Autor und analysiert die erhaltenen Szenen vor dem Hintergrund der breiten Tradition der Retextualisierung von Wirnts Roman. Er behandelt ausführlich die Problematik des Gattungstransfers und lokalisiert das ungewöhnliche Werk in den Kontext der im mitteldeutschen Raum präsenten erzählenden Literatur des Mittelalters.

"Bemerkenswert ist an dieser Untersuchung, wie sie mit allen Instrumentarien der Buch-, Sprach-, Literatur- und Geschichtswissenschaft ihren Gegenstand Schicht für Schicht gründlich analysiert und dabei sorgfältig zwischen den Fakten und den Schritt für Schritt auf ihnen aufbauenden Hypothesen differenziert. Es gelingt ihr auf diese Weise, die Bedeutung des neu entdeckten Autors und seines fragmentarisch erhaltenen Werkes für die Literaturgeschichte recht präzise zu beschreiben. Es wäre nützlich, wenn auch die scheinbar gut vertrauten Werke, bei denen die Germanistik seit rund zweihundert Jahren glaubt, sich über die Erzähler-Figuren der Texte in die Geisteswelt ihrer Autoren einfühlen zu können, so unvoreingenommen und vorurteilsfrei betrachtet würden, wie dies hier geschieht."

PD Dr. Wolfgang Achnitz, Westfälische Wilhelms-Universität, Germanistisches Institut, Stein-Haus, Hindenburgplatz 34, 48143 Münster., Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 2012, Band 134, Heft 1

"Man hat Christoph Fasbender nachdrücklich dafür zu danken, dass er seinen spektakulären Fund nicht nur editorisch und interpretatorisch erschlossen, sondern ihm auch seinen Platz in der regionalen Literaturgeschichte des mitteldeutschen Raums zugewiesen hat."

Joachim Hamm, Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen. 2. Halbjahresband 2013

"Fasbenders Argumentation, basierend auf fundierten Kenntnissen der regionalen Literatur- und Überlieferungsgeschichte, ist durchweg überzeugend."

Cora Dietl, Gießen, Germanistik 2011 - Band 52 - Heft 1-2

"Exkursionen in literaturgeschichtliches Neuland sind stets ein Wagnis. Wie der vorliegende Band aber zeigt, lassen sich Irrwege dann vermeiden, wenn die Karten umgebender Territorien sowie der philologische Werkzeugkasten im Reisegepäck sind."

Nikolaus Ruge, Trier, Das Mittelalter 17 (2012) 1: Lehre und Schule im Mittelalter

Christoph Fasbender


Christoph Fasbender ist Professor für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der regionalen Literaturgeschichte des Mittelalters.
Reihe Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur – Beihefte
Band 10
ISBN 978-3-7776-1632-2
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2010
Umfang 208 Seiten
Abbildungen mit 4 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch