Mediävistik

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Zacher, Angelika

Grenzwissen - Wissensgrenzen

Raumstruktur und Wissensorganisation im Alexanderroman Ulrichs von Etzenbach

Literaturen und Künste der Vormoderne
Band 5

ISBN 978-3-7776-1641-4

EUR 42,00
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Abstract

Alexanderromane erzählen nicht nur die Geschichte eines großen Feldherrn, sondern bieten mit Alexanders Zug in den Orient eine Projektionsfläche für das mittelalterliche Interesse am Erkunden und Erfinden.

Im Orient begegnet Alexander Wundern und Wundervölkern, erbaut ein Unterwasserboot und steigt mit einem Greifengefährt in den Himmel.
Die Orientepisoden setzen sich aus einem Potpourri an ethnographischem, geographischem, technischem und zoologischem Wissen teils fabulöser, teils traditioneller, teils historischer oder imaginativer Art zusammen.

Viele Alexanderromane versuchen allerdings, die Wunder des Orients zu regulieren.
Eine Ausnahme bildet der Text Ulrichs von Etzenbach. Er schöpft das durch den Alexanderstoff vermittelte Wissen von Wundern und technischen Imaginationen möglichst vollständig aus. Seine unkonventionelle Gestaltung des poetischen Raums resultiert in einer Öffnung des Textes für das Orientwissen. Der sich durch Reiseberichte wie z.B. eines Marco Polos bereits ankündigende Wissenswandel hin zur Frühen Neuzeit wird dabei teilweise vorweggenommen.

2009. 319 S., 1 s/w Abb.
Kartoniert

S. Hirzel Verlag