Mäzenatische Poetik

Schauplätze und Aushandlungen von Literaturförderung im diachronen Vergleich

Mäzenatische Poetik

Schauplätze und Aushandlungen von Literaturförderung im diachronen Vergleich

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Geplanter Erscheinungstermin: 05/2026

Die monetäre Förderung von Kunst und Literatur ist seit der Antike ein fester Bestandteil kulturellen Lebens. Eine mäzenatische Poetik ist bereits im Mittelalter und vor allem im 16. bis 19. Jahrhundert in Gattungen wie Prologen, Epilogen oder Gelegenheitsgedichten präsent. Dagegen bleibt moderne Förderpolitik auf der Textebene meist unsichtbar, denn die sich als autonom verstehende Literatur weist den Anschein von Abhängigkeit entschieden zurück. Dennoch zeigen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, vertragliche Vorgaben und das Aushandeln von Verhältnissen zu Förderern, auf die auch in Texten rekurriert wird, eine andere Realität.

In diesem komplexen Koordinatensystem von mäzenatischer Poetik und Förderpraxis macht der Band historische Entwicklungslinien und Kontinuitäten vom Mittelalter bis in die Gegenwart sichtbar. Anhand von vier exemplarischen Teilbereichen werden die vielfältigen Ausprägungen, aber auch die Bedingungen dieses spannungsreichen Verhältnisses skizziert: Beleuchtet werden Werkpolitik, Poetik und Pragmatik einerseits sowie Repräsentationsformen, Medialität und Ästhetik andererseits.

Prof. Dr. Alexander Honold


Porträt

Alexander Honold ist Ordinarius für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Direktor des Forum Basiliense an der Universität Basel, Schweiz. Er studierte Germanistik, Romanistik, Komparatistik und Philosophie in München und Berlin. Er promovierte 1994 an der FU Berlin mit einer Arbeit über Robert Musil und den Ersten Weltkrieg; 2002 erfolgte seine Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Studie über die Astronomie im Werk Friedrich Hölderlins. Er ging Lehrtätigkeiten u.a. an der FU Berlin, an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Konstanz nach und hatte diverse Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren (u. a. New York, Stanford, Santa Barbara, Hamburg, München und Wien). 

Forschungsschwerpunkte

  • Kulturtheorie der Moderne
  • Erzählforschung, Semantik der Landschaft
  • Nature Writing und Reiseliteratur
  • Interkulturelle und postkoloniale Germanistik
  • Briefkorpora und Netzwerkbildung
  • Literatur und Musik

Auszeichnungen 

  • 2021: Alexander von Humboldt-Forschungspreis 

Mitgliedschaften

  • 2014 bis 2024: Vorsitzender der Hugo von Hofmannsthal Gesellschaft
  • Mhg. des Hofmannsthal-Jahrbuches sowie des Jahrbuchs der deutschen Schillergesellschaft, Kuratorium des Thomas Mann Archivs an der ETH Zürich, Editorial Board der Kritischen Robert Walser Ausgabe (Basel, Zürich).

Prof. Dr. Dirk Rose


Porträt

Dirk Rose studierte in Jena, Paris (ESN) und Berlin Germanistik, Neuere und Neueste Geschichte, Philosophie und Romanistik (Französisch). Er promovierte 2007 an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Internationalen Doktorandenkolleg "Textualität in der Vormoderne". In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der galanten Literatur von Christian Friedrich Hunold. 
Von 2007 bis 2010 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Johann Mattheson als Vermittler und Initiator. Wissenstransfer und die Etablierung neuer Diskurse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts" in Magdeburg tätig. Daraufhin vertrat er eine wissenschaftliche Assistenz am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft von Prof. Dr. Dirk Niefanger an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Im Anschluss daran war er Akademischer Rat auf Zeit am Institut für Germanistik der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Juniorprofessor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. 2017 erfolgte die Habilitation mit der Venia legendi für Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. 
Im Wintersemester 2017/2018 vertrat er eine Stelle für Neuere deutsche Literatur und Medien am Institut für Germanistik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Seit 1. März 2018 ist er dort als Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur und Medien tätig.

Forschungsschwerpunkte

  • Galante Literatur
  • Kultur- und Wissenstransfer (insbesondere in Anthologien)
  • Medienkritik und Medienethik
  • Polemikforschung
  • Moderne Lyrik

Erhaltene Auszeichnungen

  • 2015: DAAD-Stipendiat an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris
  • 2018: Leibniz-Fellowship am Institut für Europäische Geschichte in Mainz

Mitgliedschaften

  • Deutscher Germanistenverband (DGV)
  • Forschungsverbund Frühe Neuzeit-Südost
  • 2011–2015: Assoziiertes Mitglied im DFG-Netzwerk "Gelehrte Polemik"
  • seit 2019: Forschungsschwerpunkt "Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte" an der Universität Innsbruck (seit 2023 stellvertretender Sprecher)


Jochen Strobel


Porträt

Jochen Strobel studierte Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte an der Technischen Universität Dresden. Nach Mitarbeit an der Kritischen Gesamtausgebe von Nietzsches Werken (Colli/Montinari) und der Habilitation an der Philipps-Universität Marburg vertrat er Lehrstühle für Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Magdeburg und Osnabrück. Er lehrt als Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Marburg und hält diverse Gastprofessuren u.a. in Innsbruck inne. Er ist zudem Mitherausgeber der Digitalen Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels und Mitglied des Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition.

Forschungsschwerpunkte

  • Digitale Briefedition (Theorie, Geschichte, Praxis)
  • Romantik
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Kognitive Literaturwissenschaft
  • Literaturförderung

Mitgliedschaften

  • Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition
  • Internationale Hugo-von-Hofmannsthal-Gesellschaft
  • Friedrich-Schlegel-Gesellschaft
  • Deutsche Thomas-Mann-Gesellschaft
  • Kleist-Gesellschaft
Jürgen Wolf

Jürgen Wolf


Kurzporträt

Jürgen Wolf hat seit 2010 die Professur für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität Marburg inne. Von 2012 bis 2017 war er Prodekan und Dekan des Fachbereichs 9 der Universität Marburg.

2017 übernahm er die Leitung des Akademieprojekts > Handschriftencensus.de der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Forschungsschwerpunkte

  • Überlieferungsgeschichte
  • Paläographie und Kodikologie
  • Edition
  • Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Mittelalter
  • Höfische Blütezeit und Spätmittelalter
  • Artusepik
  • Pragmatische Literatur des Mittelalters
  • Übergang von der Handschrift zum Buchdruck
  • Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek (dort auch zugleich wiss. Betreuer)

Auszeichnungen

  • Jacob-Grimm-Stipendium des Ministeriums für Innerdeutsche Beziehungen (später: BMI) (1993–1995)
  • Habilitationsstipendium der DFG (1999–2002)
  • Wissenschaftspreis Colloquia Academica der Akademie der Wissenschaften in Mainz (2004)

Mitgliedschaften

  • Gründungsmitglied der Medieval Chronicle Society (Utrecht) (seit 1996)
  • Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe „Handschriftencensus“ (2007)
  • Mitglied des Beirats der deutschen Handschriftenzentren (2010–2016, 2019ff.)
  • Mitglied der Wörterbuchkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (2014–2016)
  • Mitglied des Beirats (ehem. Kommission) „Deutsche Literatur des Mittelalters“ der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München (seit 2015)
  • Ordentliches Mitglied der Akademie der gem. Wissenschaft Erfurt (seit 2018)
Reihe Maecenas
Band 3
ISBN 978-3-7776-3486-9
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2026
Verlag

S. Hirzel Verlag GmbH
Maybachstr. 8
70469 Stuttgart

Umfang 330 Seiten
Abbildungen 3 s/w Abb., 19 farb. Abb., 1 s/w Tab.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch