Arengen in deutschsprachigen Urkunden des 13. Jahrhunderts
Arengen in deutschsprachigen Urkunden des 13. Jahrhunderts
Das menschliche Gedächtnis ist schlecht und schriftliche Aufzeichnung daher unerlässlich – dieses Motiv wurde in mittelalterlichen Urkunden vielfach in Form einer Arenga verwendet, um die Kodifizierung der rechtlichen Aushandlungsprozesse zu begründen.
Die Studie widmet sich einer charakteristischen Arenga, die in sieben deutschsprachigen Urkunden des 13. Jahrhunderts auftritt. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach möglichen Ursprüngen oder Distributionsdynamiken sowie nach den historisch-kulturellen Kontexten dieser Urkundenformel und der deutschen Urkundensprache im Allgemeinen. Dafür werden die Urkunden multiperspektivisch ausgewertet: einerseits über den Vergleich ihrer inneren und äußeren Merkmale, andererseits über eine rechts-, kirchen- und landesgeschichtliche Kontextualisierung. So wird die unterschiedliche soziale Stellung der Aussteller innerhalb der Landvogtei Oberschwaben herausgearbeitet. Die Empfänger wiederum stehen in engem Zusammenhang mit den Frauenklöstern dieser Region und ihrer Bildung. Die Arenga lässt sich somit sozial, politisch und kulturell verorten und ist Ausdruck sprachlicher, edukativer und materieller Wandlungsprozesse im 13. Jahrhundert.
John Hinderer
Porträt
John Hinderer studierte von 2016 bis 2022 Historische Grundwissenschaften, Germanistik und Geschichte in Leipzig und Rom. Im Zuge dessen absolvierte er Praktika am Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar, am Domstiftsarchiv Naumburg an der Saale und am Deutschen Historischen Institut in Rom. Von 2018 bis 2021 arbeitete er am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Seit 2022 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 1369 ‚Vigilanzkulturen’ der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort forscht er im Forschungsprojekt A07 ‚Zwischen Selbstverpflichtung und Kontrolle: Vigilanz in benediktinischen Klöstern der Vormoderne’ zur Regulierung des Klosterlebens und der Rolle der Wachsamkeit in spätmittelalterlichen Benediktinerkongregationen.
Forschungsschwerpunkte
- Historische Grundwissenschaften, besonders Paläographie und Diplomatik
- Kulturgeschichte des Mittelalters
- Klöster, Orden und monastische Reforminitiativen im Hoch- und Spätmittelalter
Erhaltene Auszeichnungen
- Studienförderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes
- Auslandsstipendien von Erasmus+ und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst
(DAAD) - Promotionsförderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes
Mitgliedschaften
- Netzwerk Historische Grundwissenschaften
| Reihe | Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur – Beihefte |
|---|---|
| Band | 48 |
| ISBN | 978-3-7776-3456-2 |
| Medientyp | Buch - Gebunden |
| Auflage | 1. |
| Copyrightjahr | 2026 |
| Verlag | S. Hirzel Verlag GmbH |
| Umfang | 166 Seiten |
| Abbildungen | 16 s/w Abb., 6 farb. Abb. |
| Format | 17,0 x 24,0 cm |
| Sprache | Deutsch |