Porträt
Peter Sprengel studierte Germanistik und Klassische Philologie in Tübingen und Hamburg, wo er 1976 über die Soziologie der Innerlichkeit bei Jean Paul promovierte. Anschließend arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Walter Höllerer an der Technischen Universität Berlin. Nach seiner Habilitation über den handschriftlichen Nachlass Gerhart Hauptmanns war er Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und nahm Vertretungen in Stuttgart und München wahr. Es folgten Berufungen nach Erlangen, Kiel und Berlin, wo Sprengel 1990–2016 an der Freien Universität Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Klassische Moderne lehrte. Gastprofessuren führten ihn nach Wien und Bern.
Seit Sprengel 1998 den ersten Einzelband (von mittlerweile drei Bänden) zu der von de Boor und Newald begründeten Geschichte der deutschen Literatur beigetragen hat, bildet die Literaturgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts einen Schwerpunkt seiner Arbeit. Dabei bedient er sich mehrfach der Form der Biographie (Gerhart Hauptmann, 2012; Rudolf Borchardt, 2015) oder verwandter Genres – wie kürzlich in zwei Büchern zum Vormärzrevolutionär und Kunsthistoriker Gottfried Kinkel (2025) – und hat zugleich die Entwicklung der bildenden Kunst und das Verhältnis der Autor(innen) zu ihr im Blick.
Forschungsschwerpunkte
- Literatur der Moderne seit dem Naturalismus
- Literatur und Theater (auch: jüdisches Theater in Berlin)
- Bildende Kunst und/in der Literatur
- Briefkultur und Briefwechsel-Editionen des 19./20. Jahrhunderts
- Soziologie bürgerlicher Subjektivität
- Biographie und Autobiographie
- Geschichte des Feuilletons und des Essays
- Literarische Voraussetzungen und Auswirkungen der Märzrevolution 1848