Der Germanist Franz Koch 1930 bis 1960

NS-Engagement – Entnazifizierungsbestreben – Verhaltensweisen in der Fachgemeinschaft

Der Germanist Franz Koch 1930 bis 1960

NS-Engagement – Entnazifizierungsbestreben – Verhaltensweisen in der Fachgemeinschaft

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Die Studie beleuchtet umfassend die Rolle und Nachwirkungen prägender Germanisten im „Dritten Reich“ und in der Nachkriegszeit. Im Zentrum steht Franz Koch (1888–1969), der als führender Repräsentant der deutschsprachigen Forschungspraxis nach 1933 Karriere machte, nach 1945 seine Universitätsposition verlor und in den 1950er Jahren formal emeritiert wurde – ein Vorgang, der sich mit dem Zitat „Man arrangierte sich“ zusammenfassen lässt. Neben Koch werden mit Gerhard Fricke, Hans Ernst Schneider und Hans Schwerte weitere einflussreiche Akteure und ihre Wege durch die NS-Vergangenheit vorgestellt.

Die Arbeit bietet neue Einblicke in die Forschungsgeschichte der Geisteswissenschaften und knüpft methodisch an die bei S. Hirzel erschienene Publikation Wilhelm Emrich. Zur Lebensgeschichte eines Geisteswissenschaftlers (2 Bände, Stuttgart 2018, hrsg. von Jörg Schönert, Ralf Klausnitzer und Wilhelm Schernus) an. Sie richtet sich an alle, die sich für die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik und deren Aufarbeitung der NS-Vergangenheit interessieren.

Prof. Dr. Jörg Schönert


Porträt

Jörg Schönert wurde 1941 in Jena geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Jena und anschließend in München, wo er sein Abitur absolvierte. Anschließend studierte Schönert Germanistik und Anglistik an den Universitäten in München und Zürich. Im Jahr 1968 erfolgte schließlich seine Promotion an der Universität München in der Germanistik, wo er 1977 habilitierte. 1980 trat Schönert die Professur in Neuere deutsche Literatur an der RWTH Aachen an. Von 1983 bis 2007 hatte er die Professur an der Universität Hamburg inne.

Anschließend befasste Schönert sich als freier Wissenschaftler insbesondere mit der Fachgeschichte der Germanistik.

Am 18. Mai 2026 ist Professor Dr. Jörg Schönert im Alter von 84 Jahren in Ahrensburg bei Hamburg verstorben. Seine vielfältigen wissenschaftlichen Interessen umfassten insbesondere auch die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik. Drei seiner letzten Abhandlungen zu den Germanisten Wilhelm Emrich und Franz Koch sind in der Reihe Beiträge zur Geschichte der Germanistik erschienen.

Ein ausführlicher Nachruf ist auf der Webseite der Universität Hamburg zu finden: Akademischer Nachruf auf Prof. Dr. Jörg Schönert

Forschungsschwerpunkte

  • Sozialgeschichte der Literatur 1750–1930
  • Methodologie und Literaturtheorie
  • Wissenschaftsgeschichte

Dr. Wilhelm Schernus


Wilhelm Schernus promovierte 2004 an der Universität Hamburg und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschungsprojekten.
Reihe Beiträge zur Geschichte der Germanistik
Band 16
ISBN 978-3-7776-2306-1
Medientyp Buch - Kartoniert
Auflage 1.
Copyrightjahr 2025
Verlag

S. Hirzel Verlag GmbH
Maybachstr. 8
70469 Stuttgart

Umfang 227 Seiten
Abbildungen 3 s/w Abb.
Format 17,0 x 24,0 cm
Sprache Deutsch